Weiser deutscher Staatsmann drängt Berlin die Russland- Beziehungen wieder herzustellen

– Egon Bahr war der Architekt der Ostpolitik – der berühmten und heiß gelobten Annäherungs-Politik zwischen dem westlichen und östlichen Deutschland in den 1970er Jahren – er ist nicht Irgendwer in Deutschland
– Er und der letzte sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow -, der den ursprünglichen Kalten Krieg mit Ronald Reagan beendete – trafen sich in Moskau und sprachen sich für eine neue deutsch-russischen Annäherung aus – Ostpolik 2.0 genannt
– In der Zwischenzeit hat ein anderer bemerkenswerter ehemaliger Politiker Deutschlands, Wilfried Scharnagl, ein Buch zu dieser Thematik und der Notwendigkeit einer solchen Politik veröffentlicht
– Merkel besteht auf ihrem Weg, gegen den Rat einer wachsenden Zahl von gegenwärtigen und ehemaligen deutsche Spitzen- Politikern

Während seiner ersten Reise nach Moskau im Jahr 1987 verwendete der einflussreiche deutsche Politiker und langjährige bayerische Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß die Metapher „der bayrische Löwe und der russische Bär friedlich weidend auf einer Wiese“, um seine Vision der künftigen deutsch-russischen Beziehungen zu beschreiben .

Als Strauss sich mit Michail Gorbatschow traf, vereinbarten beide Männer, dass friedliche und gute Beziehungen zwischen Deutschland und Russland für die Menschen in beiden Ländern und die politische Zukunft von größter Bedeutung sind.

Die Gespräche mit Gorbatschow und Strauss‘ Vision haben einen bleibenden Eindruck auf den deutschen Journalistn und Politiker Wilfried Scharnagl hinterlassen, der ein enger Freund von Strauss war und diesen nach Moskau im Jahr 1987 begleitete.

Am vergangenen Dienstag kehrte Scharnagl in die russische Hauptstadt nochmals zurück, um sein neues Buch „Am Abgrund“ vorzustellen, in welchem er die Änderung der westlichen Politik gegenüber Russland zum Thema macht. Er sieht in der Ukraine Krise Washington als Schuldigen und fordert vom Westen, Russland als gleichberechtigten Partner zu akzeptieren.

Gorbatschow schrieb das Vorwort für Scharnagls Buch und teilt viele seiner Ansichten, wie er immer wieder in den letzten Monaten zeigte. Der ehemalige Sowjetführer nutzte die Buchpräsentation, um erneut die westlichen Führer zu drängen, dass Band mit Russland wiederherzustellen, anstatt sie zu provozieren.

Insbesondere um die Verschlechterung des russischen Verhältnisses zu Deutschland sorgt sich Gorbatschow und er betonte, dass „wir [Russland und Deutschland] das, was wir einmal hatten, wieder herstellen und zurückgewinnen müssen.“

Die Nachricht wurde vom deutschen Politiker Egon Bahr aufgenommen, der eine wichtige Rolle im Abbau der Spannungen zwischen Ost und West während des Kalten Krieges spielte, als er  West- Deutschlands Ostpolitik erstellte.

Bahr sieht viele Parallelen zwischen der aktuellen Krise und des Kalten Krieges. Deshalb  plädiert er für die Einführung einer Deutschen Ostpolitik 2.0. Gorbatschow stimmt ihm dabei zu. Während der Veranstaltung in Moskau riefen beide älteren Staatsmänner die deutsche Regierung auf, die Führung bei der Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen zu übernehmen.

Deutschland spielt eine entscheidende Rolle im neuen Kalten Krieg gegen Russland. Wenn Berlin seine Unterstützung für Washington’s Russlandfeldzug stoppt, wäre der Konflikt in kürzester Zeit vorüber.

Aber Bundeskanzlerin Angela Merkel und die mächtigen Atlantiker in Deutschland haben andere Ideen. Der Unterschied zwischen Merkels Ostpolitik und der westdeutschen Ostpolitik, die von Egon Bahr konzipiert und von Willy Brandt gefördert wurde, ist bemerkenswert. Als George Soros gefragt wurde, was er an Merkels Ostpolitik schätzt, wies er nur darauf hin: „ohne Merkel gäbe es keine Sanktionen gegen Russland.“

Wenn Berlin Merkels Ostpolitk fortführt, anstatt auf Bahr und Gorbatschow zu hören, wird der neue Kalte Krieg nicht so bald enden und Soros wird noch mehr Grund zum Feiern haben.

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